Swing Time für den guten Zweck:

Dan Markx und sein gleichnamiges zwölfköpfiges Orchestra begeisterten 600 Fans im ausverkauften Carl-Orff-Saal im Gasteig München.

Die jüngeren Gäste kennen die Band spätestens seit ihrem Auftritt im Telenovela-Hit „Verliebt in Berlin“, die Älteren freuten sich über die Huldigungen an Dean Martin, Frank Sinatra und Co.

Und obendrein fließen alle Einnahmen des Abends an die Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Markx dazu: „Die Art und Weise, wie wir uns gegenseitig behandeln, definiert für uns die Zukunft!“
 

Die Ära des Swing:

Die Fantasie lebt aus alten Schallplatten, Filmstreifen, Romanen. Ein Held, wer diese ewig junge Musik leibhaftig auf die Bühne und zu Gehör bringt. Dan Markx ist einer von diesen — ja, Verrückten. Musikverrückte müssen es wohl sein, die so etwas schaffen. Am Freitag führte er eine Little Big Band in den Geltinger Hinterhalt und zelebrierte den Swing.

Wie kommt man heutzutage mit so einem Projekt halbwegs über die Runden? Elf Musiker, eine Sängerin, dazu der singende Leader selbst — das ist kein leichtes Unterfangen, Show ist Markx‘ goldener Weg. Cool ist er vom ersten Auftritt mit Bogey-Hut und Trenchcoat an, bühnenfüllend nicht nur im szenischen Duett mit Eva Gardner, er lässt die Sau raus mit „Just A Gigolo“ oder „Minnie The Moocher“, trifft den Spaß-Nerv des Publikums bei Mitmachspielchen: Schlüsselbundklimpern und Bierglasklingeln für Jingle Bells und Co., denn der Abend firmierte (auch) unter dem Label der Christmas Show.

Gott sei Dank wurde das nicht überstrapaziert. Es gab Songhits wie „The Lady Is A Tramp oder „I Get A Kick Out Of You“, diese alten Broadway Schlachtrosse sind allen Neo Swing-Versuchen meilenweit überlegen. Und die Mischung mit Rockigerem wie einer Up Tempo-Version von „Fever“ zog. Markx ist ein souveräner und völlig unpeinlicher Sänger, der den Stil der italoamerikanischen Crooner a la Tony Bennett aufgesogen hat und gefährliche Ausflüge ins rauchig-verrufene oder melancholisch-laszive Genre unterlässt.

So kam das Gute-Laune-Konzept bestens an.

Die Musik passte und unter den Solos, die effektvoll zu sein hatten, gab es bemerkenswerte, etwa an der Gitarre.Ein swingender Abend, Stil war angesagt, die Band trug Smoking, die unvermeidlichen Kracher wie „New York, New York“ oder „Copacabana“ hatten gleichfalls den passenden Anzug. Die Dramaturgie mit dem Energy Drink, den die Band nach der Pause mit einem Medley von James Bond, Mission Impossible und Peter Gunn servierte, ging auf. Und dann weckten Dan Markx und seine meist ganz jungen Mitstreiter noch Merry-Xmas-Gefühle, träumten von weißen Weihnachten, entführten ins Winter-Wunder-land, geleiteten den Nikolaus in die Stadt – nein, natürlich kam Santa Claus direkt aus einer Goldenen Ära into town, denn es ist alles nichts wert, if it ain‘t got that swing!

 

Zum Schmelzen schön 

An der Bühne im Park brachten die 11 Musiker des Dan Markx Orchestras zusammen mit dem Bandleader Dan Markx und der Sängerin Eva Gardner die eisigen Temperaturen rasch zum Schmelzen, bis hin zum „Fever“. Bei dem Song „Baby ,it’s cold outside” ernteten sie besonders viel, berechtigten Applaus. Nach dem Motto „Let it swing“ ließ die Formation die große Swing-Ära der 30er, 40er und 50er Jahre aufleben mit legendären Songs von Count Basie, Cole Porter, George Gershwin.

Spätestens beim berühmten „Bad,bad Leroy Brown“ hatten die exzellenten Instrumentalisten das Publikum restlos überzeugt von ihrem Können, spielen sie doch in bekannten Gruppen mit Hugo Strasser, der Spider Murphy Gang, mit berühmten Größen der Musikbranche wie Al Porcino, Tilo Wolf, Harald Rüschenbaum zusammen……

 

 

Golden Times…

Es war die goldene Zeit der extravaganten Hüte und eleganten Kleider, als die Ära des Swing ihre Blütezeit erreichte.

Dass diese Stilrichtung aber zeitlos ist und bis heute nichts an ihrer Faszination und Popularität eingebüßt hat, dafür lieferte das Dan Markx – Orchestra, das im Rahmen der Kulturtage im Stadtsaal des Donauwörther Tanzhauses gastierte, den lebendigen Beweis.

Die elf Musiker um den Frontmann und Sänger Dan Markx entführten das Publikum im Handumdrehen nach Las Vegas, in die Stadt der bunten Lichter, zahlreichen Kasinos und legendären Shows.

Highlights aus den 30er, 40er und 50er Jahren bis hin zu heutigen Titeln wie „Wonderwall“ von „Oasis“ oder „Americano“, dem Sommerhit von 2010, standen auf dem Programm des abwechslungreichen Konzertabends, bei dem den Konzertbesuchern jedoch nicht nur die Rolle des Zuhörers zukam, sondern das Publikum zum „Jumpen“ und „Twisten“ aufgefordert wurde.

Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung im Stadtsaal. Die abwechslungreichen Arrangements von Titeln wie „New York, New York“, „Route 66“, „Copacabana“ oder „Mack the Knife“begeisterten das Publikum dabei ebenso wie die ungeheure Bühnenpräsenz und Stimmbeherrschung von Dan Markx.

Einen Höhepunkt erreichte die Stimmung sicherlich, als der Sänger in der Rolle des „Frank“ aus der „Rocky Horror Picture Show“ (von Richard O‘Brien) schlüpfte und den bekannten Song „Sweet Transvestite“ zum Besten gab, wobei er in eindeutigen Posen durch das Publikum schritt.

Auch die Frische, Prägnanz, Homogenität und scheinbare Leichtigkeit, mit der das Orchester agierte, begeisterte die Zuhörer. Die Besetzung war dabei sehr klassisch gehalten mit zwei Trompeten, zwei Posaunen, drei Saxfone, Gitarre, Kontrabass bzw. E-Bass, Flügel / Keyboard und Schlagzeug, wobei die Musiker international und hochkarätig sind: So wirkt Otto Staniloi von der „Spider Murphy Gang“ als Altsaxofonist mit und gab einige Soloimprovisationen zum Besten.

 

Geniale Soloeinlage

Genial auch das Solo des Schlagzeugers Jim Holzhauser, mit dem er „Copacabana“ einleitete.

Dan Markx zur Seite stand die sympathische Sängerin Eva Gardener, die mit ihrer angenehmen Stimme für facettenreiche Klangfarben sorgte und besonders „Something Stupid“ zu einem Hörgenuss werden ließ.

In einer Verbeugung an den legendären Frank Sinatra, mit „My Way“, endet schließlich der „swingende“ Abend.